Wohnung verkaufen bei Vermietung: Chancen, Risiken und die richtige Strategie
Einleitung: Warum der Verkauf vermieteter Wohnungen oft unterschätzt wird
Der Verkauf einer vermieteten Wohnung unterscheidet sich deutlich vom Verkauf einer leerstehenden Immobilie. Viele Eigentümer gehen zunächst davon aus, dass sich „schon ein Käufer findet“ – schließlich fließen Mieteinnahmen. In der Praxis ist der Markt jedoch klar segmentiert, rechtlich geregelt und stark von Erwartungen der Käufer geprägt.
Typische Fragen von Eigentümern sind:
Kann ich eine vermietete Wohnung überhaupt gut verkaufen?
Wer kommt als Käufer infrage?
Muss der Mieter ausziehen?
Wie wirkt sich der Mietvertrag auf den Preis aus?
In diesem Beitrag erfahren Sie:
welche Besonderheiten beim Verkauf vermieteter Wohnungen gelten,
welche Chancen und Risiken bestehen,
wie sich der Mietvertrag auf den Wert auswirkt,
welche Zielgruppen relevant sind,
und wie Sie die richtige Verkaufsstrategie wählen.
1. Vermietete Wohnung ≠ leerstehende Wohnung
Der wichtigste Grundsatz lautet:
Der Käufer übernimmt den Mietvertrag.
Das bedeutet:
Der Mieter bleibt in der Wohnung.
Der bestehende Mietvertrag gilt unverändert weiter.
Eigenbedarf ist nur unter engen gesetzlichen Voraussetzungen möglich.
Für viele Eigennutzer ist das ein Ausschlusskriterium – für Kapitalanleger hingegen der Kern des Interesses.
2. Wer kauft vermietete Wohnungen?
Der Käuferkreis ist klar definiert.
🏢 Kapitalanleger
Fokus auf Rendite
Interesse an stabilen Mieteinnahmen
Bewertung nach Ertragswert
🏦 Institutionelle Investoren (bei größeren Einheiten)
Fokus auf Cashflow
langfristige Perspektive
professionelle Prüfung
🏠 Eigennutzer (selten)
meist nur bei kurzfristiger Eigennutzungsmöglichkeit
oft mit Preisabschlägen verbunden
👉 Die Zielgruppe bestimmt Preis, Vermarktung und Dauer des Verkaufs.
3. Wie wirkt sich die Miete auf den Verkaufspreis aus?
Die Miete ist einer der zentralen Bewertungsfaktoren.
✔ Marktgerechte Miete
stabile Einnahmen
attraktiver für Anleger
positiver Einfluss auf den Preis
❗ Niedrige oder alte Miete
geringere Rendite
Preisabschläge
eingeschränkter Käuferkreis
❗ Sehr hohe Miete
Risiko für Käufer
mögliche rechtliche Konflikte
erhöhte Prüfungen
Nicht jede Miete ist automatisch „gut“ – sie muss markt- und rechtssicher sein.
4. Mietvertrag, Kündigungsschutz & Eigenbedarf
Viele Eigentümer unterschätzen die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Wichtige Punkte:
Kündigung wegen Eigenbedarf ist nur eingeschränkt möglich.
Kündigungssperrfristen gelten insbesondere nach Umwandlung.
Mieter genießen starken gesetzlichen Schutz.
Falsche Aussagen gegenüber Käufern führen häufig zu:
Kaufabbrüchen
Haftungsrisiken
Vertrauensverlust
5. Typische Fehler beim Verkauf vermieteter Wohnungen
❌ Fehler 1: Falsche Zielgruppenansprache
Eigennutzer anzusprechen, obwohl nur Kapitalanleger realistisch sind, kostet Zeit und Geld.
❌ Fehler 2: Unrealistische Preisvorstellungen
Der Preis richtet sich nicht nach Vergleichswohnungen für Eigennutzer, sondern nach Ertrag und Risiko.
❌ Fehler 3: Unruhe beim Mieter
Unkoordinierte Besichtigungen oder fehlende Kommunikation führen zu:
Konflikten
Verzögerungen
schlechter Stimmung (die Käufer spüren)
❌ Fehler 4: Unvollständige Unterlagen
Fehlende Mietverträge, Abrechnungen oder Nachweise schrecken Investoren ab.
6. Chancen beim Verkauf vermieteter Wohnungen
Trotz aller Besonderheiten bietet der Verkauf auch klare Vorteile.
✔ Laufende Einnahmen
Die Wohnung „arbeitet“ weiter – auch während der Vermarktung.
✔ Klar definierte Käufergruppe
Kapitalanleger entscheiden rational und vergleichsweise schnell.
✔ Stabilität in unsicheren Märkten
Vermietete Wohnungen gelten oft als stabilere Anlageform.
7. Vorbereitung: Diese Unterlagen sind entscheidend
Investoren erwarten Transparenz.
Wichtige Dokumente:
Mietvertrag
Mieterhöhungen
Nebenkostenabrechnungen
Rücklagenübersicht (WEG)
Wirtschaftsplan
Protokolle der Eigentümerversammlungen
Je besser die Vorbereitung, desto höher das Vertrauen und die Abschlusswahrscheinlichkeit.
8. Verkauf mit oder ohne Makler?
Ein Verkauf ohne Makler ist möglich – aber anspruchsvoll.
Ohne Makler:
detaillierte Marktkenntnis nötig
rechtliche Sicherheit erforderlich
professionelle Investorenverhandlungen
Mit Makler:
zielgerichtete Anlegeransprache
realistische Ertragsbewertung
strukturierte Kommunikation mit Mietern
Verhandlung auf Augenhöhe
Wichtig: Der Makler sollte Erfahrung mit vermieteten Wohnungen haben – nicht nur mit Eigennutzern.
9. Kommunikation mit dem Mieter: Ein sensibler Punkt
Der Mieter ist kein „Nebendarsteller“, sondern Teil des Prozesses.
Gute Kommunikation bedeutet:
frühzeitige Information
klare Aussagen
planbare Besichtigungen
respektvoller Umgang
Ein zufriedener oder zumindest informierter Mieter erleichtert den Verkauf erheblich.
10. Warum viele Eigentümer auf geprüfte Empfehlungen setzen
Beim Verkauf vermieteter Wohnungen wünschen sich Eigentümer:
rechtliche Sicherheit
Erfahrung mit Kapitalanlegern
klare Bewertung
strukturierte Abläufe
Qualitätsbasierte Vermittlungen helfen, spezialisierte Makler zu finden, die genau diese Anforderungen erfüllen.
11. Fazit: Vermietete Wohnung verkaufen – mit Strategie statt Bauchgefühl
Der Verkauf einer vermieteten Wohnung ist weder schlecht noch kompliziert – wenn er richtig vorbereitet wird.
Entscheidend sind:
realistische Bewertung
richtige Zielgruppe
rechtliche Klarheit
professionelle Kommunikation
Wer diese Punkte beachtet, kann auch mit vermieteten Wohnungen sehr erfolgreich verkaufen.
🔹 FAQ – Häufige Fragen zum Verkauf vermieteter Wohnungen
❓ Kann ich eine vermietete Wohnung verkaufen?
Ja. Der Mietvertrag geht auf den Käufer über.
❓ Muss der Mieter ausziehen?
Nein. Der Mieter genießt Kündigungsschutz.
❓ Ist der Verkaufspreis niedriger als bei leerstehenden Wohnungen?
Oft ja, da sich der Preis an der Rendite orientiert.
❓ Wer kauft vermietete Wohnungen?
Vor allem Kapitalanleger und Investoren.
❓ Ist ein Makler sinnvoll?
Ja, wenn er Erfahrung mit vermieteten Immobilien und Anlegern hat.





