Immobilienmakler: Mythen, Vorurteile – und was wirklich stimmt
Einleitung: Kaum ein Beruf polarisiert so stark
„Makler sind zu teuer.“
„Makler machen doch nichts.“
„Mit Makler verkauft man schlechter.“
Kaum ein Berufsbild im Immobilienbereich ist so stark von Mythen, Vorurteilen und Halbwahrheiten geprägt wie das des Immobilienmaklers. Viele Eigentümer haben klare Meinungen – oft ohne eigene Erfahrung oder auf Basis einzelner Negativerlebnisse.
Gleichzeitig zeigen Marktdaten und Praxis:
Richtig eingesetzt, kann ein Immobilienmakler ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.
Falsch ausgewählt, allerdings auch ein Risiko.
In diesem Beitrag klären wir:
die häufigsten Mythen über Immobilienmakler,
was daran stimmt – und was nicht,
wo echte Probleme liegen,
und worauf Eigentümer wirklich achten sollten.
Mythos 1: „Makler sind nur ein unnötiger Kostenfaktor“
Woher kommt dieser Mythos?
Viele Eigentümer betrachten ausschließlich die Provision – nicht das Gesamtergebnis des Verkaufs.
Die Realität
Ein Immobilienverkauf besteht nicht nur aus:
Inserat einstellen
Besichtigung durchführen
Kaufvertrag unterschreiben
Ein professioneller Makler:
verhindert teure Bewertungsfehler,
filtert ungeeignete Interessenten,
verhandelt Preise sachlich,
reduziert rechtliche Risiken.
In vielen Fällen:
Übersteigt der Mehrwert eines guten Maklers seine Provision deutlich.
Mythos 2: „Makler machen doch nur Fotos und Anzeigen“
Teilweise richtig – aber stark verkürzt
Ja, Vermarktung gehört dazu. Aber sie ist nur ein Baustein.
Was oft unterschätzt wird:
Marktanalyse & Preisstrategie
Zielgruppendefinition
Vorqualifizierung von Interessenten
Finanzierungsprüfung
Verhandlungsführung
Koordination mit Notaren
Begleitung bis zur Übergabe
Gerade diese „unsichtbaren Leistungen“ entscheiden häufig über Erfolg oder Misserfolg.
Mythos 3: „Ohne Makler bekomme ich mehr Geld“
Dieser Mythos hält sich hartnäckig.
Der Denkfehler
Viele Eigentümer vergleichen:
Verkaufspreis ohne Makler
vs.Verkaufspreis mit Makler (abzgl. Provision)
Was oft fehlt:
realistische Bewertung
Markteinordnung
Verhandlungsergebnis
Die Realität
Ein zu hoher Startpreis ohne Marktkenntnis führt häufig zu:
langen Vermarktungszeiten,
Preisabschlägen,
Misstrauen bei Käufern.
Ein gut geführter Verkauf mit Makler kann trotz Provision das bessere Nettoergebnis liefern.
Mythos 4: „Makler vertreten nicht meine Interessen“
Dieses Vorurteil ist differenziert zu betrachten.
Woher kommt es?
schlechte Erfahrungen
unrealistische Versprechen
fehlende Transparenz
Die Wahrheit
Ein Makler arbeitet nicht automatisch schlecht, sondern:
schlecht ausgewählte Makler arbeiten schlecht
Ein guter Makler:
erklärt Risiken,
nennt realistische Preise,
kommuniziert offen,
dokumentiert Entscheidungen.
Transparenz ist hier das entscheidende Qualitätsmerkmal.
Mythos 5: „Jeder Makler ist gleich“
Einer der gefährlichsten Mythen.
Realität
Die Unterschiede zwischen Maklern sind enorm:
Ausbildung & Erfahrung
Spezialisierung
regionale Marktkenntnis
Arbeitsweise
Kommunikationsstil
Ein Makler für:
Einfamilienhäuser
Erbimmobilien
Gewerbe
vermietete Wohnungen
braucht jeweils andere Kompetenzen.
Mythos 6: „Große Maklerbüros sind automatisch besser“
Größe wird oft mit Qualität verwechselt.
Fakt ist:
große Büros bieten Reichweite,
kleine Büros oft Nähe & Spezialisierung.
Entscheidend ist nicht die Marke, sondern:
wer konkret Ihre Immobilie betreut,
wie gut dieser Markt & Zielgruppe kennt.
Mythos 7: „Makler bewerten immer zu hoch, um den Auftrag zu bekommen“
Dieser Vorwurf ist nicht unbegründet – aber nicht pauschal richtig.
Ja, es gibt:
Lockpreise
unrealistische Einschätzungen
Aber:
Ein seriöser Makler:
begründet seine Bewertung,
zeigt Vergleichswerte,
erklärt Chancen & Risiken.
👉 Fragen Sie immer nach dem „Warum“, nicht nur nach der Zahl.
Mythos 8: „Makler sind im aktuellen Markt überflüssig“
Gerade im veränderten Marktumfeld ist das Gegenteil der Fall.
Aktuelle Herausforderungen:
preissensible Käufer
längere Entscheidungsprozesse
mehr Verhandlungen
höhere Anforderungen an Transparenz
Ein Makler, der sich auf frühere Marktphasen verlässt, ist tatsächlich überflüssig.
Ein Makler, der sich anpasst, ist wertvoller denn je.
Wo die echten Probleme mit Maklern liegen
Nicht die Existenz von Maklern ist das Problem – sondern:
fehlende Qualifikation
fehlende Spezialisierung
Intransparenz
falsche Auswahl durch Eigentümer
Viele negative Erfahrungen lassen sich auf mangelnde Auswahlkriterien zurückführen.
Worauf Eigentümer wirklich achten sollten
✅ Klare Kriterien statt Bauchgefühl
§34c vorhanden?
Qualifikation & Weiterbildung?
Erfahrung mit vergleichbaren Objekten?
nachvollziehbare Bewertung?
✅ Kommunikation & Struktur
klare Abläufe
regelmäßige Updates
offene Ansprache von Problemen
✅ Passung zum Verkaufsgrund
Der Makler muss:
Ihre Immobilie verstehen
Ihre Situation berücksichtigen
Ihre Zielgruppe kennen
Warum viele Eigentümer heute auf geprüfte Empfehlungen setzen
Statt selbst:
Dutzende Makler zu vergleichen
Versprechen zu bewerten
Risiken einzuschätzen
setzen viele Eigentümer auf:
Vorauswahl nach klaren Kriterien
1–2 passende Empfehlungen
Transparenz & Kontrolle
Qualitätsbasierte Vermittlungen reduzieren Risiken und sparen Zeit.
Fazit: Mythen trennen nicht – Kriterien schon
Immobilienmakler sind weder Helden noch Schurken.
Sie sind Dienstleister – mit großen Qualitätsunterschieden.
Der entscheidende Faktor ist nicht:
„Makler – ja oder nein?“
sondern:
„Welcher Makler passt wirklich zu meiner Immobilie und meiner Situation?“
Wer Mythen hinter sich lässt und strukturiert auswählt, erhöht die Erfolgschancen erheblich.
🔹 FAQ – Häufige Fragen zu Immobilienmaklern
❓ Sind Immobilienmakler wirklich ihr Geld wert?
Das hängt von Qualität, Erfahrung und Passung ab. Gute Makler schaffen oft messbaren Mehrwert.
❓ Woran erkenne ich einen schlechten Makler?
Unrealistische Preisversprechen, fehlende Transparenz und Druck sind klare Warnsignale.
❓ Muss ich mehrere Makler vergleichen?
In der Regel reichen 1–3 qualifizierte Gespräche aus.
❓ Sind Makler im aktuellen Markt noch sinnvoll?
Ja, gerade bei höherer Preissensibilität und komplexeren Verkäufen.
❓ Gibt es neutrale Hilfe bei der Maklerauswahl?
Ja, qualitätsbasierte Vermittlungsmodelle unterstützen Eigentümer bei der Auswahl.





